Wein einfach erklärt

Wie man Wein richtig lagert

Wie man Wein richtig lagert

Eine gute Flasche Wein kann durch falsche Lagerung innerhalb weniger Monate ihren Charakter verlieren, ganz ohne dass am Etikett etwas darauf hindeutet. Wer weiß, worauf es ankommt, schützt seine Weine dagegen zuverlässig, auch ganz ohne klassischen Gewölbekeller.

Die richtige Temperatur

Konstanz ist bei der Lagertemperatur wichtiger als ein exakter Zielwert. Ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 14 Grad, entscheidend ist aber vor allem, dass diese Temperatur über Monate und Jahre möglichst gleich bleibt. Starke Temperaturschwankungen lassen den Wein im Verschluss arbeiten und begünstigen einen vorzeitigen, unkontrollierten Reifeprozess. Zu warme Lagerorte wie ein Raum direkt über der Heizung oder ein Dachboden im Sommer beschleunigen die Alterung des Weins deutlich und sollten unbedingt vermieden werden.

Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

Für Flaschen mit Naturkorken empfiehlt sich eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 Prozent. Zu trockene Luft lässt den Korken austrocknen und schrumpfen, wodurch Sauerstoff in die Flasche gelangen und der Wein oxidieren kann. Zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt dagegen Schimmelbildung an Etikett und Verschluss, was zwar meist nur optisch stört, aber ebenfalls vermieden werden sollte.
Dunkelheit als Schutzfaktor

Licht, insbesondere direkte Sonneneinstrahlung und UV-Strahlung, beschleunigt chemische Reaktionen im Wein und kann zu unangenehmen Fehlaromen führen (sog. Lichtschaden). Aus diesem Grund gehören Weinflaschen nicht ins direkte Sonnenlicht und auch nicht dauerhaft unter starke Kunstlichtquellen. Ein dunkler Keller, ein Weinschrank oder ein abgedunkelter Lagerraum sind hier klar im Vorteil.

Liegend oder stehend lagern?

Flaschen mit Naturkorken sollten liegend gelagert werden, damit der Korken von innen stets mit Wein benetzt bleibt und nicht austrocknet. Ein ausgetrockneter Korken verliert seine Dichtigkeit und lässt Luft in die Flasche eindringen. Bei Schraubverschlüssen oder Glaskorken spielt die Lagerposition dagegen keine entscheidende Rolle mehr, hier kann durchaus auch stehend gelagert werden.

Erschütterungen und Gerüche vermeiden

Wein reagiert empfindlich auf Vibrationen, dauerhafte Erschütterungen können die Reifung über mehrere Jahre negativ beeinflussen und die Ablagerung von Trubstoffen stören. Ein Lagerort in der Nähe stark vibrierender Haushaltsgeräte wie Waschmaschine oder Kühlschrank ist deshalb keine gute Wahl. Auch intensive Gerüche sollten gemieden werden, Wein kann über den Korken und über die Zeit Fremdgerüche aus der Umgebung aufnehmen, weshalb sich die Lagerung neben stark riechenden Lebensmitteln wie Zwiebeln oder Reinigungsmitteln nicht empfiehlt.

Was tun ohne eigenen Weinkeller

Auch ohne klassischen Gewölbekeller lässt sich Wein gut lagern. Ein kühler, dunkler Abstellraum, ein Kellerersatzraum oder ein spezieller Weinklimaschrank erfüllen die wichtigsten Anforderungen ebenfalls zuverlässig. Wichtig ist vor allem, einen Ort zu finden, der über das Jahr hinweg eine möglichst gleichbleibende, kühle Temperatur bietet und frei von direktem Lichteinfall ist.

Für den Alltag reicht meist schon ein kühler, dunkler Abstellraum mit stabiler Temperatur völlig aus. Eine teure Investition in einen Weinklimaschrank lohnt sich vor allem für alle, die gezielt hochwertige Weine über viele Jahre lagern möchten. 

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