WEINBEGLEITUNG

Welcher Wein passt zu Paprikahuhn?

Welcher Wein passt zu Paprikahuhn?

Der Löffel gleitet durch eine samtige, leicht süßliche Paprikasauce, darunter zartes Hühnerfleisch, dazu Nockerl oder Spätzle, die jeden Tropfen davon förmlich aufsaugen. Paprikahuhn gehört zu den bekanntesten Gerichten der ungarisch geprägten Küche und stellt den passenden Wein gleich vor drei Aufgaben zugleich, die milde Süße des Hühnerfleisches, die Würze der Paprika und die Cremigkeit der Sauce durch Sauerrahm oder Sahne.

Die erste Wahl

Ein guter Weißburgunder gilt unter Sommeliers als die eigentliche erste Wahl für Paprikahuhn. Sein voller, zurückhaltender Körper nimmt es locker mit der Cremigkeit der Sauce auf, während seine dezente, leicht nussige Frucht die milde Süße des Hühnerfleisches sanft begleitet, statt sie zu überdecken. Gleichzeitig bringt er genug Säure mit, um dem Sauerrahm in der Sauce spürbar Kontur zu geben. Wird der Weißburgunder im großen Holzfass ausgebaut, gewinnt er zusätzlich an Textur, was ihn noch enger an die Cremigkeit des Gerichts heranrückt.

Ein gebietstypischer Grüner Veltliner ist eine hervorragende Alternative zum Weißburgunder. Seine charakteristische Pfeffernote spiegelt die Würze der Paprika auf natürliche Weise wider, während seine Säure die Cremigkeit der Sauce ausgleicht. Für ein Paprikahuhn mit besonders viel Sauerrahm empfiehlt sich ein Grüner Veltliner mit etwas mehr Körper, zum Beispiel aus einer Wachauer Lage.

Wenns authentisch sein soll..

Furmint, die berühmte Rebsorte aus dem Tokajer Gebiet, bringt eine feine, fast salzige Mineralik und eine spürbare Säurestruktur mit. Genau diese Eigenschaften machen ihn zu einem hervorragenden Partner für Paprikahuhn, gerade weil das Gericht selbst aus der ungarischen Küche stammt und ein Furmint damit auch geschmacklich eine authentische, regionale Klammer bildet. Ein trocken ausgebauter Furmint gleicht die Süße der Paprika aus und bringt gleichzeitig genug Struktur mit, um sich gegen die Sauce zu behaupten.

Orangewein für mehr Struktur

Wer der Sauce mit ihrer Cremigkeit und der Paprikawürze mit noch mehr Gegenspiel begegnen möchte, findet in einem Orangewein aus Furmint oder Ribolla Gialla eine spannende Option. Der längere Schalenkontakt sorgt für eine feine Tanninstruktur, die der Cremigkeit der Sauce ähnlich wie bei einem Rotwein Kontur gibt, während die typischen nussigen und leicht bitteren Noten die Paprikawürze aufgreifen, ohne sie zu verstärken.

Leicht gekühlter Blaufränkisch oder Kékfrankos

Wer lieber zu Rotwein greift, sollte auf eine leichte, fruchtbetonte Stilistik mit wenig Tannin achten. Ein junger, unkomplizierter Blaufränkisch oder sein ungarisches Pendant Kékfrankos, beide leicht gekühlt serviert, bringen genug Frucht und Frische mit, um zur milden Süße des Hühnerfleisches zu passen, ohne von den kräftigen Tanninen eines schweren Rotweins erschlagen zu werden.

Warum schwere, tanninreiche Rotweine nicht passen

Ein kräftiger, im Barrique gereifter Rotwein wirkt beim Paprikahuhn schnell unpassend. Die festen Tannine reagieren empfindlich mit der Cremigkeit der Sauce und lassen den Wein oft bitter und metallisch schmecken, während das zarte Hühnerfleisch unter der Wucht des Weins regelrecht verschwindet.

zurück zum Magazin

Bilder: ©